Klimakonditionierung mit BARLOG Plastics

Wussten Sie, dass der Verarbeitungsprozess und die spätere Qualität von Bauteilen aus Polyamid sehr vom Restfeuchtegehalt des Granulats abhängig ist? Daher wird bereits bei der Materialvorbereitung, aber auch nach der Verarbeitung, großer Wert auf dieses Thema gelegt.

PA6 und PA66 haben ausgezeichnete Materialeigenschaften mit vielen Vorteilen: Hohe Zähigkeit, Steifigkeit und Festigkeit. Außerdem verfügen diese Polyamide über eine gute Chemikalien- und Temperaturbeständigkeit. Doch einige dieser vorteilhaften Merkmale und somit ihr endgültiges Eigenschaftsprofil erreichen diese Werkstoffe erst nach der Aufnahme von Wasser. Sie reagieren auf den Feuchtigkeitsgehalt Ihrer Umgebung mit reversibler Wasseraufnahme bzw. –abgabe. Unter hiesigen Umgebungsbedingungen nimmt ein PA6 zum Beispiel zwischen 2,5 und 3% Wasser auf. Abhängig vom Umgebungsklima, der Wanddicke und der Geometrie des Bauteils kann dieser Vorgang, überlässt man die Einlagerung des Wassers dem Zufall, sehr lange dauern. Viele Unternehmen versuchen die Feuchtigkeitsaufnahme über den Weg der "einfachen" Lagerung zu realisieren, um so Zusatzkosten zu sparen. Aufgrund unterschiedlicher klimatischer Bedingungen kann man hierbei aber nicht von einem stabilen Prozess ausgehen und muss hoffen (oder nachprüfen), dass die Bauteile bis zur Auslieferung genug Feuchtigkeit aufnehmen konnten.

Doch zum Beispiel im Winter herrscht generell eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit, und was im Sommer vielleicht noch funktioniert hat, bereitet dann Sorgen. Oder aber die Ware muss unerwartet eher zum Kunden. Es gibt viele Möglichkeiten, die bei dieser Art der Lagerung Einfluss auf die Feuchtigkeitsaufnahme nehmen können und unter Umständen dann zu Problemen führen: Bauteile reißen beim Verbauen, Schnapphaken brechen bei der Montage und Maße stimmen nicht mehr mit den Vorgaben überein. Oft werden Kunststoffverarbeiter und -anwender von dieser Häufung von Fehlern überrascht, weil Schwankungen in der Feuchtigkeitsaufnahme aufgrund oben genannter Einflussmöglichkeiten in Prüfprogrammen und Prozessfestlegungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Mit einer definierten Konditionierung der Polyamidbauteile kann man einer Häufung von Fehlern aber entgegentreten.

Die Konditionierung, also die schnelle und definierte Zuführung von Feuchtigkeit in das Bauteil, gewinnt dabei als wichtiger Schritt auf dem Weg zum qualitativ einwandfreien Fertigteil ständig an Bedeutung. Doch auch die Auswahl des Konditionierverfahrens spielt eine große Rolle, denn auch mit den häufig eingesetzten Methoden der Wasserbad- oder Dampfkonditionierung sind die steigenden Anforderungen immer schwerer zu erfüllen. Zum Beispiel neigen diese beiden Verfahren dazu, die Randschichten der Formteile mit Wasser zu übersättigen, wobei nur der geringste Teil der Feuchtigkeit später auch im Teil ankommt – ein Großteil wird so nämlich nach dem Konditionieren wieder an die Umgebung abgegeben. Um diesen Effekt möglichst minimal zu halten, kommt die Klimakonditionierung zum Einsatz. Durch ein geregeltes Klima – dauerhaft unter 100% Luftfeuchtigkeit – werden die Randbereiche in einer angemessenen Geschwindigkeit mit der Feuchtigkeit gefüllt, so dass diese auch weiter bis in den Kern eindiffundieren kann. Aber auch bei weiteren Schwachstellen der anderen Konditionierprozesse hat das Klimaverfahren Vorteile. Je nach Materialvariante neigen einige Polyamide bei Übersättigung der Randschichten dazu, wasserlösliche Bestandteile an die Oberfläche „auszuschwämmen“. Die Folgen sind dann meist weiße Flecken oder ein Grauschleier auf den konditionierten Artikeln. Durch die dauerhaft unter 100% geregelte Luftfeuchtigkeit werden die Randbereiche bei der Klimakonditionierung nicht übersättigt und dieses Fehlerbild tritt daher nicht auf. Ein weiterer Aspekt ist der Bereich gleichbleibende Qualität und die Reproduzierbarkeit des Prozesses. Das Verfahren der Klimakonditionierung ist komplett geregelt und dokumentiert, wodurch über mehrere Fertigungslose eine gleichbleibende Artikelqualität gewährleistet werden kann.

Die BARLOG Plastics GmbH hat mehr als 20 Jahre Erfahrung mit der Polyamidkonditionierung und bietet sowohl geeignete Anlagentechnik zum Konditionieren auch anspruchsvoller Polyamidteile an als auch die Klimakonditionierung als Lohndienstleistung. Nutzen Sie dieses Know-how und kommen Sie bei Problemen und Fragen zu den Themen Bauteilfeuchtigkeit und Klimakonditionierung gerne auf uns zu.