Anwenderbericht: Schadensanalyse an einer Sanitärarmatur

Bei Schadensanalysen hängt die Art und Reihenfolge der eingesetzten Methoden vom Einzelfall ab. Häufig finden verschiedene mikroskopische Methoden wie Rasterelektronenmikroskopie oder Schliffbilduntersuchungen Anwendung.

Im folgenden Beispiel wurde eine Schadensanalyse an einer Sanitärarmatur aus GRIVORY HT1V-5FWA durchgeführt, welches bei QS-Prüfungen des Kunden, bei 40 % geringerem Berstdruck gerissen ist.

Auffällig an der Bruchstelle war, dass das Bauteil an einer Stelle gebrochen ist, an der theoretisch nicht die Schwachstelle zu erwarten war. Zur Ursachenforschung wurde der Schaden zunächst sorgfältig dokumentiert und mittels Rasterelektronenmikroskopie Aufnahmen von der Bruchfläche erstellt. Die Aufnahmen zeigten kleine Lunker im Bauteil, die auf eine etwas zu geringe Nachdruckwirksamkeit hindeuteten.

Zusätzlich wurden DSC-Analysen von der Bruchfläche sowie von einer anderen Stelle des Bauteils entnommen, um die thermische Vorgeschichte der Proben zu untersuchen. Hier konnte man in der ersten Aufheizkurve Nachkristallisationspeaks bei der Probe aus der Bruchstelle erkennen, die andere Probe zeigte keine Nachkristallisation.

Als Handlungsempfehlung konnte dem Kunden innerhalb kürzester Zeit die Optimierung der Werkzeugoberflächentemperatur und der Nachdruckwirksamkeit mitgeteilt werden.
Durch die zusätzliche Unterstützung unserer Anwendungstechnik vor Ort, konnte festgestellt werden, dass an der Bruchstelle eine um mind. 120 °C zu geringe Werkzeugoberflächentemperatur vorlag. Nach Optimierung der Einstellungen, wurden die Bauteile nochmals im BAHSYS Prüflabor untersucht. Es konnten keine Nachkristallisationseffekte und Lunker mehr beobachtet werden. Für den vergleichsweise geringen Aufwand von 800 € erhielt der Kunde praxisnahe Empfehlungen zur Verbesserung der Verarbeitungsqualität und konnte die Fehler schnell beheben.