Feuchtigkeitsmessungen

Kunststoffe nehmen unterschiedlich schnell und unterschiedliche viel Feuchtigkeit bzw. Wasser auf. Die Messung der Feuchtigkeit wird vor der Verarbeitung von hygroskopischen Materialien wie Polyamiden und Polyester durchgeführt, sie ist aber auch eine wichtige Qualitätssicherungsmaßnahme für das Konditionieren von Polyamid-Bauteilen. Feuchtigkeitsmessungen vor und nach dem Konditionierprozess ermöglichen eine exakte Angabe über die Feuchtigkeitsaufnahme der Bauteile.

Bei vielen Materialien ist der Restfeuchtegehalt vor der Verarbeitung entscheidend für die Verarbeitung und die Qualität eines Bauteils. Er spielt somit auch bei der Bestimmung der Material- und Bauteileigenschaften eine wesentliche Rolle. Die Verwendung von Material mit einem zu hohen Feuchtegehalt führt beim Spritzgießen zu Verarbeitungsproblemen und Qualitätsbeeinträchtigungen am Bauteil. Diese können sich in Oberflächenfehlern oder Einbußen der mechanischen Eigenschaften bemerkbar machen. Dieser Feuchtegehalt muss daher unterhalb des für ein Material spezifischen maximalen Restfeuchtegehalts liegen, um Schädigungen an dem Material vorzubeugen.

Das Konditionieren von Polyamid-Bauteilen ist je nach Anwendung in unterschiedlichem Maße erforderlich. Mittels der Feuchtigkeitsmessung kann die Feuchte in verschiedenen Bereichen des Bauteils ermittelt werden, da die Aufnahme neben dem Konditionierverfahren auch maßgeblich von der Wandstärke abhängt.

Im BAHSYS Prüflabor werden Feuchtemessgeräte verwendet, die nach dem Dampfdruckverfahren arbeiten, da diese den Feuchtegehalt spezifisch messen und das Ergebnis nicht durch andere flüchtige Bestandteile im Material verfälscht werden kann. Bei der Messung reagiert der durch die Erwärmung frei werdende Wasserdampf mit Kalziumhydrid. Durch den dabei entstehenden Wasserstoff steigt der Druck im Messsystem, welcher in den Feuchtegehalt umgerechnet wird.